23 Juni 2006

Italien - eine Abenteuerreise

Unsere diesjährige Sommerreise ging nach Italien mit Zielpunkt Sizilien, vorgebucht haben wir gar nichts und uns einfach ins Ungewisse gestüzt. Gestartet sind wir Ende Mai bei ungewöhnlich eisiger Kälte in Deutschland.
Erster Anlaufpunkt war Bozen, wo ich noch leicht kränklich war - diese tierische Kälte hatte mich regelrecht umgehauen und die damit einhergehenden kalten Füße mir den Rest gegeben.Bozen am Morgen
Aber schon in Bozen schien immerhin die Sonne und es waren angenehme 20 Grad, einfach wunderbar. Am folgenden Tag sind wir wieder ein Stück zurück in die Alpen gefahren, weil noch ein letzter beruflicher Einsatz angesagt war und gegen Mittag dann begann schließlich der richtige Urlaub.

Nächster Anlaufpunkt war das Casale Rosso in der Valnerina, ein Geheimtipp einer Nachbarin und wir haben es nicht bereut!
Zwar war es nicht ganz einfach, dort hinzufinden, eine Beschilderung war sozusagen nicht vorhanden und die Straßenführung musste wohl von einem Puzzle-Fan durchgeführt worden sein. Nach kurzer Aufregung zwischen Fahrer (natürlich männlich) und Beifahrer (wie immer in solchen Fällen weiblich...) haben wir dann aber doch noch den Tunnel in die Valnerina erwischt und sind nach kurzer weiterer Irrfahrt in den Bergen sicher im Casale bei unserer Wirtin Rita gelandet, eine herzensgute italienische Mamma, die uns aufs liebevollste versorgte und nicht müde wurde, ihre Gäste in den Arm zu nehmen und zu herzen. Ganz ungeplant haben wir dort um eine Nacht verlängert und sind am folgenden Tag knapp 15 km marschiert mit einer Einkehr an einem Restaurant mit Forellenteich - allerdings haben wir Abstand genommen, unsere Forellen selbst zu fangen und uns diese gleich fertig zubereitet bringen lassen. Ein Traum mit Trüffeln!

Leider schlug das Wetter beim Anstieg zum Casale wieder um und ein neuer Kälteschwapp mit Regen kam nach Italien. So haben wir uns schließlich weiter auf die Socken gemacht, nicht ohne uns ausgiebig von Rita zu verabschieden, die uns arme abgemagerte Deutsche unbedingt mit einem Berg von Panini con prosciutto versorgen musste.
Da nun Pfingsten vor der Tür stand, beschlossen wir schweren Herzens Rom zu umfahren - wir nahmen an, dass wir dort keine Unterkunft mehr finden würden und sind bis fast nach Cosenza in Calabrien durchgefahren. Motel an der AutobahnÜbernachtung neben der Autobahn in einem besseren Container mit dem Charme einer Gefängniszelle, aber wir wollten dort ja auch nicht bleiben.
Der Regen prasselte inzwischen fast sintflutartig herab und die Blechdächer begrüßten ihn mit einer ausgiebigen Trommelmusik.

Am anderen Morgen waren gerade noch 11 Grad und ich murrte, dass ich nicht so weit gefahren bin, um die Kälte von zu Hause um mich zu haben.
In Cosenza dann kurzer Stopp mit Frühstück al Bar, der Wirt war begeistert, konnte er doch seine 3 Worte Deutsch endlich mal wieder anwenden (Deutsche fahren anscheinend nicht weiter als bis Rom, danach haben wir nur noch ganz selten Landsleute gesehen, überhaupt waren fast keine Ausländer anzutreffen).
Nun ging es weiter nonstopp bis Villa S.Giovanni, wo wir mittags mit der Fähre nach Messina übersetzten. Kaum angekommen, hatten uns die Regengüsse aus Calabrien eingeholt und ich war froh, einen Schirm mitgenommen zu haben. Wir hatten nämlich beschlossen, die Rückreise per Schiff zu verkürzen und wollten die Passage noch am gleichen Tag buchen.

Leider hat der Blechonkel unseres Navigationsgerätes einen leichten Dachschaden und uns immer und immer wieder in die Irre zu führen versucht - mehrmals hat er uns an Treppen geleitet, die wir hinauf oder hinab fahren sollten, öfters in Straßen, die eigentlich nur noch mit Vierradantrieb zu befahren waren, sagte "halblinks" und meinte "halbrechts" und war auch öfters einfach sprachlos geblieben, woraufhin mein Liebster meinem Wunsch nach einem Straßenatlas doch noch nachgekommen ist.
Auf der Suche nach dem Ticketbüro der Reederei habe ich dann am Fuße eines Berges, eingezwängt zwischen Mauern und Müllhalden, auf winzigsten Straßen mit tiefsten Schlaglöchern gegen eine Weiterfahrt mein Veto eingelegt und die Rückfahrt in die Stadt erzwungen. Nachdem wir dort immer noch kein Büro ausfindig machen konnten, versuchten wir es auf telefonischem Wege, aber die Beschreibung war mehr als dürftig und es dauerte noch eine ganze Weile, bis Rainer wieder zum Auto zurück kam, welches ich nicht unbewacht zurücklassen wollte.
Zwischenzeitlich hatte ich den Rother-WanderführerRother-Wanderführer studiert und so beschlossen wir als nächsten Punkt Catania anzusteuern, Rainer ist ein absoluter Vulkanfan und so war der Ätna ein Muss auf dieser Reise.

Als Anlaufpunkt hatte ich ein Hotel kurz vor Catania vom Blechonkel ansteuern lassen, was wir ebenfalls wieder auf winzigsten Wegen und einigen Irrfahrten gegen Spätnachmittag gefunden haben. Ein Strand war leider nicht vorhanden, bzw. handelte es sich um ein felsige Küste mit riesigen Steinklötzen, so dass das Hotel eine hölzerne Terrasse darüber installiert hatte mit einer Treppe zum Wasser... nicht gerade ein Strand meiner Träume. Trotzdem gingen wir hinein und erkundigten uns nach einem Zimmer. Im Hotel selbst alles super edel und entsprechend war die Auskunft:
>Normalerweise kostet das DZ bei uns 248 Euro pro Nacht, aber wir überlassen es Ihnen für 120 Euro. <
Schluck. Mit solchen Preisen hatte ich auf Sizilien nicht gerechnet.
Wir meinten, wir wollten es uns überlegen und gingen wieder. Ach hätten wir es doch genommen....

Ich hatte auf meinem Straßenatlas gesehen, dass hinter Catania ein Villaggio turistico verzeichnet war und so versuchten wir das zu finden - mit Blechonkel und absolut chaotischen Straßenverhältnissen, da ist selbst Irland noch Gold dagegen!
Aber mit Geduld und Spucke, mancher Aufregung und einigen Kehrtwendungen haben wir dieses Villaggio dann auch tatsächlich gefunden.

Bei seinem Anblick sank mir das Herz in die Tiefe - dort wollte ich nicht übernachten, aber mein tapferer Held versuchte unverzagt sein Glück, immerhin bellten auf dem Gelände einige Hunde, also müssten dort ja auch Leute anwesend sein. Er öffnete die schwere Kette mit dem Vorhangschloss und irrte laut rufend hin und her, aber ausser Hundegebell erhielt er keine Antwort.
Mittels Zeichensprache teilte ich ihm mit, dass er zurückkommen sollte, weil mir nicht gefiel, was ich sah, es war alles viel zu dreckig und heruntergekommen, nicht mein Ding.

Also wieder zurück in die Stadt, auf dem Weg hatten wir mehrere Hotels gesehen und uns vorgemerkt.
Die Straße führte am einzigen Sandstrand der Stadt entlang, voll mit Lidis und anderen Anlagen, aber ohne Bürgersteig, anscheinend geht man in Sizilien nicht zu Fuß zum Strand. Da es aber doch manchmal Leute gibt, die dort gehen, z.B. Rucksacktouristen, muss man auf diese halt ein Auge haben und ausweichen.
Nachdem wir also so ein Pärchen langsam überholt und uns wieder auf der rechten Spur eingefädelt haben, gab es einen dumpfen Knall im Auto und ich wurde ganz unangenehm heftig in den Gurt gedrückt. Ich war so geschockt, ich hab zunächst gar nicht geschnallt, was passiert war. Rainer saß kopfschüttelnd am Steuer und stieg schließlich bewaffnet mit dem Foto aus.
Auch ich habe das Auto verlassen und natürlich hat keiner von uns beiden daran gedacht, etwas aus dem Auto mitzunehmen, auch den Schlüssel haben wir nicht abgezogen.

Ein Renault Clio war von hinten auf der Überholspur aus uns unerfindlichen Gründen und ohne abzubremsen in unsere linke Heckseite reingeknallt. Der Renault war nur noch Schrott und unser Auto (Bj. Oktober 05) war ebenfalls ziemlich mitgenommen - Stoßstange links hinten regelrecht zerfetzt, Lichtgehäuse abgesprungen, die Ecke der Heckklappe ausgefranst und die linke Heckseite verkürzt, ich war baff, Rainer ebenso, trotzdem begann er gleich, den Unfallort zu fotografieren.

Das hat dem Sizilianer des anderen Autos überhaupt nicht gepasst und er ging wutentbrannt auf Rainer los, wollte ihm die Kamera entreißen. Mittlerweile waren aus dem angrenzenden Lido mehrere kräftige Männer (Aufpasser am Tor) dazugekommen, die sich dazwischen warfen und Schlimmeres verhinderten. Es gab - typisch italienisch - ein aufgeregtes Durcheinandergewusel und aufeinander einschreien von allen Seiten. Der Unfallfahrer nutzte diese Chance, stieg in unser Auto, schlug die Tür zu und versuchte mit unserem Wagen zu fliehen. Da ich noch immer geschockt etwas abseits stand, sah ich wohl als einzige, was da als nächstes auf uns zu kommen sollte. Also brüllte ich nach Rainer und machte ihn darauf aufmerksam, woraufhin der sofort die Tür wieder aufriss und den Mann am Hemdkragen aus dem Auto zog.
Wir haben glücklicherweise einen Automatikwagen und Rainer hatte ebenso glücklicherweise den Hebel auf Drive stehen gelassen und nur den Motor ausgeschaltet. In dieser Stellung kann der Wagen aber nicht angelassen werden, was der Unglücksfahrer sicher nicht wusste. Hätte das geklappt, wäre es das Ende unserer Reise gewesen - wir hätten nichts mehr gehabt, keine Pässe, kein Geld, keine Kreditkarten, kein Handy, nur noch, was wir am Leibe hatten...

Nun stürzten sich die Aufpasser des Lido auf Rainer und umklammerten ihn, da sie vermuteten, er wollte eine Schlägerei anfangen. Auch hier nutzte der Unfallfahrer wieder die Gunst der Stunde, hielt einen vorbeifahrenden Mitsubishi an, setzte sich ins Auto und war auf und davon...

Da standen wir nun, der zertrümmerte Renault ungesichert auf der Überholspur, wir mit ebenfalls kaputten Auto und vollkommen hilflos, wie weiter. Einer der Männer vom Lido versuchte pausenlos mit seinem Handy die Polizei zu erreichen, Rainer das Gleiche mit der angeblich 24 Stunden erreichbaren Nummer unserer Versicherung, andere kümmerten sich rührend um mich und versuchten mich zu trösten und zu beruhigen, obwohl ich eigentlich fast nur stumm und entsetzt rumstand.
Dann sahen wir, dass kaum 50 Meter entfernt ein Albergo war, was wir vorher noch gar nicht gesehen hatten und schleppten uns schließlich dahin, da Rainer inzwischen vom ADAC erfahren hatte, dass die italienische Polizei niemals kommt, wenn kein Personenschaden dabei ist.
Nach fast einer Stunde hatten wir dann doch noch bei der Versicherung jemanden erreichen können, wo wir aufgefordert wurden, den Schaden unbedingt und sofort bei der Polizei zu melden.
Daraufhin sind wir zur nächstgelegenen Polizeistation gefahren - verschlossen und verrammelt, niemand da.
Also wieder zurück zum Albergo, wo dann das nette Mädchen aus dem Empfang für uns fast eine Stunde lang über die Notrufnummer die Polizei zu erreichen versuchte.
Man gab uns dort einen Bungalow und vollkommen entnervt gingen wir im strandeigenen Restaurant La Cucharaccia essen.
Und stellten fest, dass wir unter einer Einflugschneise und direkt im Anschluss eine Fluglandebahn wohnten...

Obwohl mein bester Ehemann der Welt normalerweise sehr hellhörig ist und ihn kleinste Geräusche beim Schlafen stören, machten ihm die anfliegenden Flugzeuge zu meiner großen Verwunderung nichts aus. Immerhin waren sie nicht mal 50 Meter über uns und die Schubumkehr natürlich immer voll im Einsatz.
So hörte er auch nicht die schrille Klingel in der Nacht. Ich schaute auf die Uhr - 1 Uhr morgens und machte ihn wach, ich selbst wollte nicht an die Tür gehen.
Endlich - die Polizei hatte es geschafft zu kommen und Rainer zur Zeugenaussage vernommen. Ob die das immer so machen, um Mitternacht???

Da fällt mir noch ein, Rainer hatte das Pärchen um eine Zeugenaussage gebeten, da der Unfall genau vor ihrer Nase stattgefunden hatte, aber sie haben abgelehnt, sie seien polnische Touristen und als solche würden sie gar nix aussagen und sind sofort weggelaufen.
Na, jedenfalls bat uns die Polizei, am Montag morgen ins Revier zu kommen, also mussten wir den Bungalow unter der Einflugschneise noch länger bewohnen, denn es war ja gerade erst Samstag.
Wir beschlossen, den Sonntag für eine Fahrt mit Guide zum Ätna zu nutzen, was auch wirklich eine gute Entscheidung war.

Paola, unsere Fahrerin, konnte leidlich Englisch und gemeinsam mit einem anderen deutschen Paar wurden wir zu allen sehenswürdigen Punkten gebracht, einschießlich einer Wanderung in einer stockfinsteren Lavahöhle, bewaffnet mit Helmen und Leuchtgeräten. Sie gehörte wohl einem geologischen Team an und so konnte sie uns auch eine Menge erzählen, nicht nur zu den rationalen Dingen eines Vulkanausbruchs, sondern auch zu den in solchen Ländern beliebten Legenden, warum gerade die Lava an einer bestimmten Stelle nicht mehr weitergeflossen ist.

Anderntags versuchten wir dann mit Hilfe unseres Blechonkels die Polizeidienststelle in Catania zu besuchen. Auch das wieder ein Abenteuer, welches ich nun nicht weiter ausführen will, ich kann nur sagen, wer Abenteuer liebt, der stürze sich in die Abgründe alter sizilianier Städte, zum großen Teil bewohnte Ruinen in absolut unmöglichen Straßengewirren. Dafür möge man sich aber am besten ein möglichst kleines und möglichst altes Auto nehmen, alles andere führt unweigerlich zum Herzinfarkt.
Jedenfalls war unser Besuch dort erfolglos, die beiden Herren im Büro der Infortunistica, waren sehr unwillig, überhaupt mal den Stuhl zu verlassen, wenn es einer von ihnen dennoch tat, bedeutete er uns mit jedem Schritt, wieviel Ungemach wir im zumuteten und er schleppte sich geradezu die 4 Schritte zum Nachbarschreibtisch, um uns zu zeigen, dass er noch keinen Rapportbericht zu diesem Unfall bekommen habe. Und weigerte sich auch, irgendwas von uns anzunehmen oder etwas zu erfassen oder gar weiterzuleiten. Und natürlich konnte dort niemand auch nur ein Wörtchen in einer anderen Sprache. Zum Glück verstanden wir wengistens genug Italienisch und konnten uns notdürftig verständlich machen.
Nachdem wir auch im 2. Anlauf Mittags wieder bei der Polizei abgeblitzt waren und diese eh nur von 9 bis 12 Uhr offen hatte, beschlossen wir, uns nicht weiter den Urlaub verderben zu lassen, klebten im Albergo mit einem amerikanischen Klebeband, welches Rainer zufälligerweise dabei hatte, unser Auto so gut es ging zusammen und kehrten Catania den Rücken.

Da nicht mehr viel Zeit war, fuhren wir nun doch nicht mehr wie geplant nach Syracusa, sondern über die Berge an die Nordküste in der Nähe von Cefalu, fanden dort ein sehr preisgünstiges Quartier in Lascari bei einem netten Opa namens Giuseppe. Einen Tag wanderten wir in der Nähe von Castelbuono im Naturschutzpark der Madonie und die restlichen beiden Tage verbrachten wir lesend und badend am Strand.
Dann ging es zurück nach Messina und nachts auf die Fähre nach Salerno. Leider hatten wir eine Innenkabine. Das ist mir allerdings eher unangenehm, ich bin kein Höhlentier, obwohl sonst alles edel und super war.
Morgens dann sind wir direkt von Salerno aus nach Pompeij gefahren, wo wir fast den ganzen Tag durch die Ruinen gestrolcht sind, sehr eindrucksvoll jahrtausende alter Geschichte derart nah zu sein.
Abends begann dann die Suche nach einem Quartier und auch hier hatten wir nach fürchterlichen Irrwegen einen tollen Fund gemacht. Der ist so toll gewesen, dass ich die Adresse erst mal noch geheim halten möchte, denn ich möchte nicht, dass nun alle dorthin stürzen und womöglich alles über Monate ausgebucht ist :-)
Schließlich möchte ich nämlich unbedingt noch mal Ende September, Anfang Oktober dort eine Woche hin, danach können alle Anderen, meinetwegen...
Nur soviel - wir wohnten in einem fürstlichen Domizil mit einem wunderbaren großen Garten, alles aus dem 18. Jahrhundert, supernette Wirtsleute und ein erlesenes Frühstück auf einer tollen Terrasse. Und das Ganze auch noch erheblich preiswerter als manch andere ärmliche Unterkunft zuvor...
Wir wandelten über Marmortreppen in unser Zimmer und hatten zu Beginn Mühe, uns nicht in dem großen Haus zu verlaufen.
Dort verlängerten wir so lange, bis es nicht mehr ging und wir umquartiert werden mussten. Auch diese neue Villa - Villa Patrizia - war schön und die jungen Wirtsleute Patrizia und Roberto sehr nett und freundlich, aber ich kann die andere Villa nicht mehr vergessen.

Tagsüber haben wir dort den Vesuv aus der Nähe angesehen, haben das Herkulaneum erforscht und sind nach Capri gefahren, wo wir in der blauen Grotte waren (trotz horrender Kosten ein Muss und unbedingt zu empfehlen!) und sind von dort nach Anacapri aufgestiegen, um über die 500 Stufen der alten Phöniziertreppe wieder zum Hafen zurückzuwandern.
Inzwischen hatte der Scirocco die Kälte vertrieben und wir kehrten abends immer mit hochroten Köpfen vollkommen verschwitzt nach Hause zurück.
Dort erfuhren wir auch, dass meine Mutter sich beim Bücken etwas mit dem Wirbel getan hatte und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Da wir nicht unmittelbar helfen konnten und bereits alles Nötige veranlasst worden ist, beschlossen wir, diese letzten Tage noch dranzugeben an unseren Urlaub, aber auf Rom zu verzichten und machten uns ein paar Tage eher auf in Richtung Norden, wobei wir uns dann noch einen Abstecher in den Wassergarten der Villa d'Este in Tivoli gönnten.
Ein Wunder, welches man gesehen haben muss. Da wir leider die beiden Wasserorgeln nicht spielen hörten, werden wir das bei einer späteren Romreise hoffentlich noch nachholen.

Abends dann Zwischenstopp im Süden von Bologna in den Bergen der Toscana, wo ich einmal mehr davon träumte, dort meinen Altersruhesitz zu nehmen...
Anderntags begann schon der Alltag mit einem beruflichen Abstecher in San Ambroggio di Valpolicella und ab nach Hause, wo Rainer mich gleich bei unserem Krankenhaus abgesetzt hat.

Mittlerweile scheint es der Scirocco bis nach Deutschland geschafft zu haben und so konnten wir am Sonntag das Open-Air-Konzert unserer Stadtkapelle bei glühender Hitze im Schlosshof von Schloss Offenberg genießen.
Damit hat uns der Alltag wieder im Griff, der erste Baum im Garten ist gefällt, die erste Treppenstufe repariert, die ersten Wäscheberge weggewaschen.
Nun geht es weiter im Geschirr, jedoch mit der sonnigen Erinnerung im Kopf.

Und unserem armen Auto in der Werkstatt...

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

Liebes Lupinchen und lieber Rainer,
gerade haben wir Euren Italien-Abenteuerreise-Bericht gelesen. Wow, sehr spannend und nett geschrieben! Da waren wieder ein paar Schutzengel dabei, die Euch auch wieder haben gut nach Hause kommen lassen.
Danke - und weiterhin schöne Reisen! Wir warten gerne voll Interesse auf weitere Berichte von Euch.
Ganz liebe Grüße senden Euch
Dariush und das Cousinchen Rosa di Munde (wie Jürgen mich neulich in einer Email nannte).

11:08 PM  

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